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Der Ablauf beim Tätowieren oder Was passiert eigentlich im Tattoostudio

Allgemeines
Du hast also vor, dir ein Tattoo stechen zu lassen. Du hast dir auch schon ein Motiv ausgesucht. Aber ein bisschen Bammel hast du schon vor dem, was das kommt? Verständlich. Umso mehr, wenn du überhaupt nicht weisst, was dich im Tattoostudio erwartet. Alles halb so wild. Im folgenden wir der Ablauf beim Tätowieren erklärt und so in etwa sollte er auch in jedem ordentlichen Tattoostudio sein. Sollte in deinem Tattoostudio etwas ganz anders als hier beschrieben ablaufen, könnte das ein Hinweis darauf sein, dass es der Tätowierer nicht sonderlich genau nimmt, mit den gesetzl. Vorschriften etc. Überhaupt gilt, wenn du dich unwohl fühlst, wenn dir das tattoostudio unsauber erscheint, der Tätowierer ein Ekel mit ausgeschlagenen Zähnen ist, steh auf und geh heim. Am besten noch, bevor er angefangen hat zu tätowieren. Nur so nebenbei. Als Frau kannst du dir natürlich einen weiblichen Tätowierer / Tätowiererin suchen, wenn du magst.

Jetzt gehts los
Ein guter Tätowierer spricht erst einmal mit dir. So erfährt er, ob du schon ein Tattoo hast, ob du überhaupt weisst, worauf du dich einlässt und was beim Tätowieren im allgemeinen passiert. Er erklärt dir die Techniken, wie die Tattoofarbe unter die Haut kommt und eben alles, worauf es beim Tätowieren ankommt. Na gut, dann kann es ja losgehen. Du hattest dir ja schon ein Tattoomotiv herausgesucht und es mit dem Tätowierer besprochen. Wo soll das Tattoo hin, Tattoogröße u.s.w.

Bevor ein guter Tätowierer überhaupt anfängt irgendwas an deinem Körper zu machen, sollte er sich nach deinem Alter erkundigen und es sich auch nachweisen lassen (Ausweis). Er macht sich sonst strafbar. Denn um dich tätowieren lassen zu können mußt du 18 Jahre, also volljährig sein.

Du bist 80, also alt genug?! Okay. Dann nimm Platz im ehrenwerten "Stuhl der Schmerzen" :-))
Schmerzen? Ja, denn es wird schmerzhaft werden. Für den einen mehr, den anderen weniger. Jeder hat ein anders Schmerzempfinden und manchen gefällt ja auch der Schmerz. Viele kommen sogar deshalb wieder und wollen sich immer mehr Tattoos stechen lassen. Es kommt auch darauf an, wo das Tattoo gestochen wird. Das es im Intimbereich mehr wehtut, als am Oberarm ist wohl klar.

Okay. Du sitzt und wartest zitternd darauf, dass es endlich losgeht. Der Tätowierer fängt jetzt an. Er sollte mit einer Flasche Alkohol auf dich zukommen. Bevor du dich freust... nicht zum Trinken, sondern zum Reinigen. Die Fläche, wo das Tattoo hin soll, muss gut gereinigt werden, am Besten mit Isopropylalkohol. Danach wirst du rasiert. Das zweite mal.
Denn das erste mal wurdest du finanziell (hoffentlich nicht) rasiert. Es ist üblich, das man vor dem Tätowieren den verhandelten Preis für sein Tattoo bezahlt.

Die Haare müssen also vor dem tätowieren entfernt werden, damit die Tattoovorlage gut auf der Haut aufliegt. Die Tattoovorlage, dein Tattoomotiv, kommt meist auf einem Blatt daher (ähnl. Faxpapier). Vorher wird deine Haut angefeuchtet, mit Alkohol (du kriegst immer noch nix zu trinken :-)) Wasser oder anderer Flüssigkeit.

Dann macht der Tätowierer sein "Foltergerät" bereit. Die Tinte wird in kleine Tanks eingefüllt und die Nadeln aus ihrer (hoffentlich) sterilen Verpackung genommen und auf die Maschine gesteckt. Steriles Wasser um die Nadeln von Zeit zu Zeit zu säubern und Vaseline zum Einschmieren der Tattoofläche stehen bereit. Frag nach der Tattootinte. Es gibt Unterschiede. Billige Tattootinte kann Allergien auslösen. Dein Tätowierer mit den ausgeschlagenen Zähnen, sollte nur geprüfte Tattoofarbe wählen.


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Jetzt gehts aber wirklich richtig los. Zuerst werden die Aussenlinien (Outlines beim Tätowieren genannt), gestochen. Atme tief durch und lass es einfach geschehen. Am Anfang natürlich ungewohnt und unangenehm, gewöhnst du dich an die "Schmerzen". Wenn die Aussenlinine tätowiert sind, gehts an die Tattoofüllung und die Schattenbereiche. Es kann sein, oder ist wahrscheinlich, dass dazu die Nadeln gewechselt werden. Sie werden mehr und GRÖßER :-))) Zum stechen der Aussenlinien wird meist eine Nadel mit einem Durchmesser von 0,2-0,4mm verwandt. Für die Flächen benutzen Tätowierer Nadelbündel.

Die Nadeln werden immer wieder in die Tattoofarbe getaucht, zwischendurch im sterilen Wasser gereinigt. Achte darauf, dass der Tätowierer Einweghandschuhe trägt. Das dient seinem und deinem Schutz vor Infektionen.

Irgendwann ist es vorbei und dein Tattoo ist fertig. Wenn du ein Tattoomotiv über den ganzen Rücken willst, musst du mehrere Sitzungen einkalkulieren. Aber, wie gesagt, irgendwann ist es vorbei.

 

Zum Schluss wird ein Desinfizierendes Mittel auf die Tattoowunde aufgetragen. Ja, es ist eine Wunde, denn die Nadel stechen unter die Haut und es kann, muss aber nicht, bluten. Zumindest ist die Haut gerötet und etwas geschwollen. Danach kommt noch etwas Vaseline darauf, damit die Haut geschmeidig bleibt und die Wunde nicht zu schnell trocknet. Danach bekommst du vielleicht ein Foto oder der Tätowierer fragt dich, ob er ein Foto von deinem Tattoo machen kann. Das nimmt er dann in sein Flashbook auf oder es kommt in seine Mappe mit den anderen Tattoovorlagen. Du musst das aber nicht zulassen. Nur wenn du magst.

Nach deiner Begutachtung im Spiegel wird die Tattoowunde mit einem sterilen Verband abgedeckt und du bekommst ein paar Regeln zur Nachsorge deines Tattoos mit auf den Weg.

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