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Tattoos und Religion

Tattoos gibt es seit Beginn der Menschheit. Ob Sie nun als Schönheitsbemalungen aufgetragen wurden oder als Stammeszugehörigkeitssymbole in die Haut eingeritzt wurden. Doch was haben Tätowierungen mit Religion zu tun? Das alte Testament jedenfalls verbot (3.Buch Moses 19,28) Tätowierungen am menschlichen Körper: „Ihr dürft euch nicht wegen eines Toten Einschnitte an eurem Leibe machen und dürft euch keine Zeichen einritzen“.

Dennoch gab es schon immer Tattoos – trotz Verbotes. Und diese Art der Tätowierung war für den Träger auch oftmals nötig. So sollte ein tätowiertes Kreuz den Nachkommen sagen, dass der Träger Christ war und beerdigt werden will.Andererseits wurden „ungeliebte Bürger“ von der Staatsmacht oftmals mittels Tattoos „gebrandmarkt“ und als Abrünnige gekennzeichnet. Es wurde öffentlich gemacht, was dieses oder jenes Tattoo zu bedeuten hatte und wer der Träger war.

Es gab und gibt in vielen Kulturen einen Zusammenhang zwischen Schönheit mit Körperbemalungen und Religion. Das beweisen auch Ausgrabungen wo Mumien und steinzeitl. Figuren gefunden wurden, die bemalt waren und eingeritzte Zeichen vorwiesen. Göttlich ist die Schönheit und die Gesundheit. Also wurde versucht den eigenen Körper mittels Bemalungen und Tattoos zu verschönern um ihn Gott gleicher zu machen. So waren es oftmals auch Priester, die Bemalungen und Rituale mittels Tattoos an Menschen ausführten. Oftmals auch angewandt beim Totenkult und Beerdigungen. Indianer trugen Kriegsbemalungen auf, Medizinmänner malten mystische, gesundbringende Tattoomotive auf die Kranken und wollten damit Manitu um Hilfe und Gesundheit bitten und milde stimmen.

Heute zieht die Nachfrage nach religiösen Tattoomotiven und Tattoovorlagen enorm an. Immer mehr Menschen, die sich tätowieren lassen möchten, entscheiden sich für ein religiöses Tattoomotiv.

Seit Jaime Maldonado vor sechs Jahren beschloss, ein besserer Mensch zu werden und ein neues Leben als Christ zu beginnen, hat er Jesus an seiner Seite. Genau genommen, auf dem linken Arm. Dort prangt eine stattliche Tätowierung seines Idols. Und auf seinem rechten Bizeps lächelt die Jungfrau Maria. Der 23-Jährige aus Denver im US-Bundesstaat Colorado gehört zu einer wachsenden Gruppe junger Amerikaner, die für ihren Glauben Farbe bekennen - mit bunten Tattoos. Wann immer er Schwierigkeiten habe, gesteht Maldonado, gebe ihm ein Blick in das aufgemalte Antlitz von Jesus neue Kraft. Freundin Tess Preston (31) nickt.

Die Kellnerin hat sich die Madonna auf den rechten Oberarm ritzen lassen. Vorbild war ein Gebetskärtchen der Großmutter. Tess bezweifelt allerdings, dass die alte Dame über das Heilige Herz Jesu, das sie neuerdings stolz unter ihrem Bauchnabel trägt, begeistert wäre. "Aber dies ist meine Art von Glaubensbekenntnis", sagt die Enkelin. Weil sich immer mehr Menschen quer durch alle Gesellschaftsschichten für die inzwischen als ästhetisch empfundene Körperbemalung  entschieden, seien Tätowierungen auch bei vielen Christen nicht mehr verpönt.

 

Auf Fachmessen und bei Studiobesuchen sind bereits unzählige Jesus-Porträts zu sehen. Aber keines gleiche einem anderen. "Jeder projiziert seine persönliche Vorstellung von Gott". Die Verbreitung christlicher Tattoos ist im ganzen Land zu beobachten. In Amerika entscheidet sich schon jetzt jeder fünfte für ein religiöses Symbol. Tendenz steigend. Viele wollen mit auftätowierten Kreuzen, Herzen, Engeln, dem Namen Jesu oder den gefalteten Hände Dürers zeigen, dass ihnen der Glaube an Gott unter die Haut geht.


© Maureen Plainfield - FOTOLIA 

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