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Tätowierungen und andere ZeichenDas Tätowieren ist in Indien eine vorwiegend weibliche Ausdrucksform. Nur wenige Männer schmücken sich auf diese recht schmerzhafte Art und Weise. Tragen Männer Tätowierungen (etwa bei den Kutch in Nordwestindien), sind es meist kleine Tierfiguren, die sie sich auf Jahrmärkten in die Haut stechen lassen. Die meisten Frauen der Kutch schmücken dagegen ihre sichtbaren Körperteile - Arme, Hände und Füße, aber auch Brustansatz, Hals und Gesicht - mit filigranen schwarzen oder grünen Zeichen. Die Muster werden oft in Reihen aufgebracht, so dass gerade an Hals, Armen und Knöcheln der Eindruck einer Kette entsteht. Lediglich das Gesicht wird nur spärlich mit einzelnen Punktornamenten geschmückt (etwa am Kinn, den Wangen, über der Oberlippe oder neben dem Auge).Bei den Gond (Zentralindien) zeichnen Mütter ihre Töchter, sobald sie in die Pubertät gekommen sind. Mit spitzen Nadeln bringen sie Holzkohlestaub unter die Haut und schmücken auf diese Weise Körper und Gesicht mit einfachen Punkt-, Kreis- und Strichornamenten. Die klassischen Tattoo-Muster eignen sich natürlich auch hervorragend für die Mehndi-Malerei. Wer einen (möglichst authentischen) dunklen Farbton erzielen will, sollte die Farbe der Hennapaste mit einer tanninhaltigen Flüssigkeit intensivieren. Afrikanische
Muster Die
Bemalung der Berberfrauen
Da die Berber glauben, dass negative Kräfte durch die Öffnungen im Gesicht eindringen können, tragen sie rund um Mund, Nase und Augen Hennaverzierungen auf, die die Trägerin vor Angriffen des Bösen schützen sollen. Da der Körper bereits durch Kleidung vor negativen Energien geschützt ist, werden ansonsten vor allem Hände und Füße mit Ornamenten verziert. Die kunstvollen Mehndi-Muster werden aus einfachen Grundformen wie Punkten, Linien, Dreiecken und Kreuzen gebildet. Das Aufbringen erfordert natürlich etwas Übung, doch führt der einfache Grundaufbau mit seinen steten Wiederholungen meist zu schönen Ergebnissen. Der
schwarze Kontinent Die Bemalung wird mit Erd- und Pflanzenfarben ausgeführt, Henna ist dabei eher ungebräuchlich. Doch eignen sich die Motive Schwarzafrikas hervorragend für die Mehndi-Malerei. Die Muster sind meist ornamental und können sehr streng aufgebaut sein. Geometrische Formen sind ebenso weit verbreitet wie Linien und Punkte. Aber auch Wellenlinien und Spiralen sind zu finden, die manchmal den ganzen Körper überziehen. Die berühmtesten Hautmalereien Schwarzafrikas sind die der Nuba (Südsudan). Vor allem die Männer sind wahre Künstler der Köperbemalung und schmücken sich farbenprächtig. Meist finden sie sich dazu mit ihren Altersgenossen zusammen und helfen sich gegenseitig dabei, ihre Körper zu bemalen. Auf die Verzierung des Gesichts wird dabei besonderer Wert gelegt. Die Frauen der Nuba sind nicht mit Farbe, sondern mit ornamentalen Narbenmustern verziert, deren Anbringung streng reglementiert ist. Die Verzierung der Haut mit Schmucknarben war früher in ganz Afrika weit verbreitet. Der schmerzhafte Brauch ist heute jedoch in den meisten Staaten verboten.
Auch die ausdrucksstarken Muster der Narbenornamentik lassen sich gut auf die Mehndi-Malerei übertragen. Ähnlich wie bei der Gestaltung mit Farbe wurden die Schmucknarben zu Ornamentbänder aus Punkten, Linien und geometrischen Grundformen gestaltet. Besonders reizvoll sind diese Verzierungen auf der Haut an Dekolletee und Schulter. Das
alte Ägypten Die ägyptischen Frauen verzierten nicht nur ihre Nägel mit Henna, sondern tönten auch ihre Lippen mit der lang haltenden Farbe. Auch die Pharaonen ließen sich ihre Fingernägel mit dem roten Farbstoff bemalen. Grabfunde haben ergeben, dass auch die Tücher, in die die Pharaonen nach ihrem Tod gewickelt wurden, häufig mit Henna gefärbt waren. Außerdem wurden bei den Grabbeigaben kleine Plastiken gefunden, deren Oberfläche mit Punktornamenten und Linien versehen sind. Man vermutet, dass diese Verzierungen den bekannten Körperbemalungen oder Tätowierungen nachempfunden wurden. Ägyptische
Hieroglyphen Wer sich mit solch einem Motiv schmücken will, sollte sich daher zuerst darüber informieren, welche Kräfte und Eigenschaften dem Dargestellten zugeteilt waren. Zeichen
der Indianer Die
Indianer Nordamerikas Der Körperschmuck war strengen Regeln unterworfen und die Zeichen hatten ganz bestimmte Bedeutungen. Viele Motive zeichneten den Träger aus und durften nur von Personen verwendet werden, die sich das Recht erworben hatten, die Bemalung zu tragen. Nur würdige Stammesmitglieder durften sich bemalen. Männer, die ihre Tapferkeit weder im Kampf noch auf der Jagd unter Beweis stellen konnten, hatten kein Recht auf die Bemalung ihres Körpers und noch weniger auf die Bemalung des Gesichts. Daher galt ein ungeschmücktes Gesicht als große Schande. Der Hautschmuck konnte gegenständlich oder rein ornamental sein. Die Stämme des Südostens beispielsweise schmückten den ganzen Körper mit Ornamenten. Die Muster waren häufig in Schmuckbändern angelegt. Oft waren die Körper vollständig mit Mustern bedeckt, so dass die ersten Einwanderer die Bemalung für Kleidungsstücke hielten. Bei anderen Völkern - etwa im Südwesten - wurden vielfach gegenständliche Bemalungen ausgeführt. Weit verbreitet war das Frosch- oder Eidechsenmotiv, das für Fruchtbarkeit stand. Die Indianer verzierten ihre Körper mit Erd- und Pflanzenfarben. Die Bemalung mit Henna war unüblich. Dennoch eignen sich die Ornamente und Symbole der Indianer hervorragend für die Mehndi-Malerei. Der Rotton des Henna entspricht der wichtigsten Farbe der Indianer. Rot galt als heilige Farbe, stand für Triumph und Erfolg. Die Verwendung einer intensiven rötlichen Hennapaste sorgt deshalb für Authentiziät bei einer Bemalung mit Motiven. Gerade die indianischen Ornamentbänder und Sternzeichen lassen sich in der Mehndi-Malerei hervorragend verwenden und sind zum Beispiel am Oberarm ein interessanter Eyecatcher.
Südamerikanische
Indianer |