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Polynesische und Maori Tattoos

Wohl kein anderes Land Ozeaniens hat in der Kunst der permanenten Farbgestaltung des Körpers eine derartige Kunstfertigkeit erlangt wie Polynesien. Während Frauen meist nur im Gesicht, an Armen und Beinen tätowiert waren, überzogen die polynesischen Männer ihren gesamten Körper mit kunstvollen Mustern und Ornamenten. Aufwendige Muster zeugten von Wohlstand und sozialem Rang. Man erhoffte sich von ihnen Ruhm und Erfolg im Kampf, aber auch Glück in Liebesdingen. Da der polynesischen Mythologie zufolge den Menschen die Kunst des Tätowierens von den Göttern gelehrt wurde, durften die Körperzeichen nur bei feierlichen Zeremonien und nur von speziell ausgebildeten Meistern in die Haut gebracht werden.

Die traditionellen Muster setzen sich aus vielen verschiedenen Ornamenten zusammen, die teilweise mit Schablonen auf die Haut übertragen werden. Jedes Ornament besteht aus mehreren Elementen, die auf unterschiedliche Art miteinander variiert werden können.

Diese Methode macht die polynesischen Tribals auch für die Mehndi-Malerei interessant. Durch die Kombination mehrerer Grundelemente lassen sich auch größere Hautflächen relativ schnell mit einem ausgefallenen und individuellen Muster überziehen.

Die Maori
Die Spirale ist das Grundelement, auf dem sich alle Tattoo-Muster der neuseeländischen Maori aufbauen. Die so genannten "moko" sind in ihrer Art einzigartig. Das Recht auf Tätowierung war nur Adeligen und Freien vorbehalten, wobei Männer weitaus üppiger gezeichnet waren als Frauen. Am meisten Beachtung wurde der Verzierung des Gesichts geschenkt. Die gleichmäßig geschwungenen Linien wurden mit einem meißelähnlichen Instrument in die Haut geschnitten und dann dunkel gefärbt.

Trotz der Vergänglichkeit eines Mehndi sollte man es sich in unseren Breiten gut überlegen, das Gesicht vollflächig zu bemalen. Dennoch kann man sich von den großflächigen und dekorativen Maori-Mustern zu wunderschönen Malereien auf Händen und Schultern inspirieren lassen.

Japan
Die wohl auffälligste Besonderheit japanischer Tätowierungen ist ihre Buntheit. Inspiriert von den traditionellen Holzschnitten achteten die Tätowierkünstler ebenso auf ausgewogene Formen und Figuren als auch auf die Farbkontraste der einzelnen Elemente. Bei der Platzierung des Tattoos folgte man nicht nur ästhetischen Gesichtspunkten, sondern bedachte auch, wie sich die Bilder durch Muskelbewegung veränderten.

Die meisten der klassischen japanischen Motive sind von Tätowierern in der ganzen Welt übernommen worden. Abgesehen von ihrer Farbigkeit lassen sich die meisten Figuren auch für ein Mehndi verwenden. Die Schaufenster und Auslagen der Tattoo-Studios bieten beinahe unerschöpfliche Anregungen für jeden Mehndi-Künstler.
Copyright: Rainer Krettek, www.Hennapaste.de

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